EM-Limite klar unterboten

Ein halbes Jahr lang habe ich mich auf den einen Tag vorbereitet. Der 29. Oktober 2017 sollte derjenige Tag werden, an welchem ich die EM-Limite von 2h 19min 30s über die 42,195km am Frankfurt Marathon unterbieten wollte. Ich war mir sicher, dass ich bei perfekten Bedingungen eine Zeit von ungefähr 2h 18min 30s laufen kann. Die Wetterbedingungen am Sonntagmorgen in Frankfurt, waren allerdings nicht die Besten. In den Tagen zuvor, ja sogar bis eine Stunde vor dem Start, war mir bewusst es werden keine idealen Bedingungen sein. 30km/h Wind und Böen bis 80km/h waren angesagt. Kurz vor dem Start beruhigte sich das Wetter etwas und ich wusste, dass heute der Tag war an welchem ich die Limite laufen muss. Nun konnte mich nichts mehr davon abhalten ein gutes Rennen zu zeigen. Ich lief von Anfang an in einer starken Gruppe, von der ich wusste, dass sie die erste Hälfte in 1h08min 00s anlaufen wollte. Ich war mir zwar sicher, dass dies etwas zu schnell für mich ist aber ich wusste auch, dass ich mitgehen muss, wenn ich die Limite deutlich unterbieten möchte. So konnte ich mental meine Kraft und Leidensbereitschaft für den Schluss aufsparen. Ich vertraute den Pacemakern in der Gruppe und lief mit. Bis zu Kilometer 30 schaute ich nur dreimal bewusst auf die Uhr. Als dann bei Kilometer 32 die Gruppe auseinanderfiel, wusste ich das meine körperliche, sowie auch mentale Energie noch für die verbleibenden 10km kämpfen ausreicht. So gelang mir ein perfektes Rennen, in welchem ich meine sehr gute Form abrufen konnte. Man kann es gar als das Rennen meines Lebens bezeichnen. Ich überquerte die Ziellinie nach 2h 17min 02s. Mit dieser Zeit belegte ich den sehr guten 18. Rang und habe gleichzeitig die Limite für die Leichtathletik-EM 2018 in Berlin um 2min 28s unterboten. Weiter konnte ich meine persönliche Bestleistung um fast sechs Minuten verbessern. Ich bin mit dem Rennen mehr als zufrieden und möchte an dieser Stelle allen Leuten danken, welche mich unterstützen. Den Fans, welche extra nach Frankfurt kamen und mich am Strassenrand anfeuerten, wie aber auch denjenigen, welche von zu Hause mit fieberten danke ich ganz herzlich.

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